Lichtkunst und Sphärenklänge: Planet Alsen strahlte

* Hunderte erlebten eine gelungene 2. Architektur- und Kulturnacht auf dem Ruinengelände der ehemaligen Alsen-Zementfabrik in Itzehoe (12. Juli 2006)

Lichtkunst und Sphärenklänge: Planet Alsen strahlte

Itzehoe (mf) – Raumkunst, Lichtkunst, Klangkunst, Filmkunst: In der 2. Planet Alsen-Nacht zum Abschluss des diesjährigen Architektur-Sommers erschien der Faktor Kunst/Kultur trotz räumlicher Konzentration auf einen Keil entlang des Bahndamms deutlich erweitert.


Alsen Night 2006

>>Hände weg – Kulturmeile<< prangte es dann auch unübersehbar in Rot von einer Wand des Hauptgebäudes. Mehr als 500 Besucher ließen sich (Fußball-WM zum Trotz) die stimmungsvolle Verwandlung des Ruinengeländes zwischen Schornstein, >>Alter Schmiede<<, >>Magazin<< und dem ehemaligen Schlämmbecken nicht entgehen. Anfänglich noch vom Wettergott auf die Probe gestellt, erlebten sie mit Eintreten der Dunkelheit magisch strahlende Farblichträume und fremdartige Klangsphären. Einen besonderen Resonanzraum bot der nach oben offene Schlämmbottich. >>Mit der Musik schaffen wir die Verbindung von Planet Alsen mit dem Weltall<<, erklärt Prof. Bernd Kritzmann (HafenCity Universität Hamburg) schmunzelnd. Gemeinsam mit Setus Studt (Planet Alsen-Förderverein) organisierte er wieder die Veranstaltungen. Studt ist überzeugt: >>Das Geheimnis von Planet Alsen liegt in der Unfertigkeit. Alsen lebt davon, dass Leute sich ihrer Kreativität hingeben.<<

Zwischenergebnisse ihrer kreativen Hingabe stellten nicht nur die 60 Architektur-, Medienpädagogik- und Lichtdesign-Studenten aus Hamburg, Kiel, Lübeck und Wismar zur Diskussion. Ein außergewöhnliches >>Seh-Stück<< installierte der Wolfsburger Künstler Eimo Cremer im 1. Stock des Magazins aus 3 Kilometern Dachlatten und 700 Schraubzwingen. Auf der Oberfläche des hölzernen Rasters zwischen Fenstern und Pfeilern entstand eine Raum weitende Wellenbewegung, bewegt und verfremdet durch farbig wechselndes Licht und experimentelle Klänge vier Dithmarscher Musiker. Nur zu diesem Anlass begleiteten sie als >>Alsen on Wood<< mit ihrem Hör-Stück die Seh-Reise des Publikums.

Quelle: Der Itzehoer Anzeiger vom Mittwoch, dem 12. Juli 2006
Autor: (mf)