Kunst und Stadtreparatur: „Querdenker“ auf Alsen

(9. Juli 2007)
Kultur satt bei der „Alsen-Nacht“: Musik, Gemälde und Modelle für den Theater- Vorplatz lockten zahlreiche Gäste an.
Itzehoe

 

Alsen Nachtprojektion
Für strahlende Ruinen sorgte die Lichtinstallation von Katrin Bethge auf Alsen

 

– Kräftige Regenfälle drohten die dritte Alsen-Nacht ins Wasser fallen zu lassen: Holger Glas, Marek Schneider und Olaf Plotz mussten ihre Klanginstallationen im Gebäude präsentieren. Eigentlich wollten sie die hervorragende Akustik im ehemaligen Schlämmbottich nutzen – doch der stand unter Wasser.

Trotzdem nutzten hunderte Besucher die Gelegenheit, Kunst zu bewundern. Und davon gab es reichlich: Im alten Magazin stellte der Itzehoer Maler Heinrich Kröger seine Großgemälde aus, die er in den vergangenen zehn Jahren in seinem Atelier auf dem Alsen-Gelände schuf.

Die Gelegenheit dazu habe er nicht oft, sagte Kröger in seiner Eröffnungsrede. „Das Schicksal eines großen Gemäldes ist, dass es meist zu einem Dornröschenschlaf verdammt ist.“ Auf Grund ihrer Größe finden die Gemälde selten Platz in Ausstellungsräumen. Anders im Alsen-Magazin: Großzügig verteilt konnten die Besucher die freizügige Kunst anschauen.
Eine Etage darüber stellten Studenten der HafenCity-Universität Hamburg, der Fachhochschule Lübeck und der Christian-Albrechts-Universität Kiel ihre Ergebnisse zum Thema „Querdenken – Stadtreparatur und Stadtentwicklung in Itzehoe“ vor.

Theater Itzehoe Prof Bernd Kritzmann und Theaterdirektorin Mechthild Hobel Freidrich
Ideen für den Theatervorplatz erklärt Prof. Bernd
Kritzmann Theaterchefin Dr. Mechtild
Hobel-Friedrich (l.)

Besonderer Schwerpunkt war der Theatervorplatz. Interessiert begutachtete Theater-Chefin Dr. Mechtild Hobl-Friedrich die Ideen, die ihr von Prof. Dr. Bernd Kritzmann erklärt wurden. „Man muss sofort sehen, wo der Eingang ist“, zeigte er am Modell. Eine großzügige Treppe sahen die Studenten dafür vor.

Links davon spendierten sie dem Theaterpavillon eine Terrasse. Die derzeit von dem Theaterbrunnen gespeisten Wasserbecken sollen großzügig zu einem Weiher mit Steg umgestaltet werden, die Grünzone rundherum möchten die Studenten gern verdichten. Auch Sitzmöglichkeiten wären wünschenswert. Zudem entwickelten die Studenten die Idee, den Fußgängerbereich der Bekstraße bis zum Theatervorplatz zu verlängern und den ZOB zu überdachen. „Hier wird mit Experimenten versucht, auf die Realität zurückzugreifen“, erklärte Kritzmann.

Während die „Mighty Bufallos“ und „DJ Jörg M.“ für Unterhaltung im Erdgeschoss sorgten, bereitete sich die Katrin Bethge auf ihre Lichtinstallation vor. Zum krönenden Abschluss der Planet-Alsen-Nacht ließ sie die Ruinen in neuem Glanz erstahlen.
In einem anderen Licht müsse man das Gelände auch in Zukunft sehen, forderte Setus Studt vom Verein „planet alsen“. Diese sowie vorherige Veranstaltungen auf dem Gelände zeigten schließlich, dass Alsen Potenzial habe. „Es geht nicht darum ein Eventgelände zu entwickeln, auf dem man laut sein darf“, sagte er. „Wir brauchen ein Eventgelände, das mit Hamburg konkurrieren kann.“ Und dafür müsse man etwas riskieren.
ANDREAS RADAJKIN

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Ebenfalls gerade fertiggestellt ein Alsen Promotion Film: " Was ist PLANET-ALSEN?"  The Flavour of Alsen – MyVideo