Geschichte live: Premiere in Itzehoe

Zum ersten Mal gibt es bei den Tagen der Industriekultur am Wasser im Oktober zwei Anlaufpunkte in der Kreisstadt

Es entsteht etwas auf Alsen. „Wir wollen die alte Seilbahn, die einmal die Fabrik mit Wacken verband in Teilen wieder herstellen“, sagt Setus Studt, Vorsitzender des Vereins Planet Alsen, der sich schon mal vor einer Lore postiert. Und das hat einen besonderen Grund. Denn der Verein nimmt wie das Kreismuseum Prinzeßhof an den Tagen der Industriekultur am Wasser teil, die in diesem Jahr zum dritten Mal von der Metropolregion Hamburg veranstaltet werden.

„Wir freuen uns, dass zum ersten Mal auch Plätze in Itzehoe dabei sind, die die Menschen in den Blick nehmen können“, sagt Tanja Blätter von der Metropolregion.

Das Interesse an der Aktion, bei der es in ganz Norddeutschland an 124 Denkmälern rund 300 Veranstaltungen geben wird, steige immer weiter, so Blätter. 2011 kamen zu 81 Objekten 12 000 Menschen, zwei Jahre später waren es 100 Denkmäler, die über 15 000 Gäste besuchten. Im Kreis nehmen schon seit den ersten Tagen der Industriekultur am Wasser im Jahr 2011 die historische Schleuse Kasenort und die Windschöpfmühle Honigfleth teil.

Landrat Torsten Wendt zeigt sich begeistert, dass Itzehoe an den Tagen der Industriekultur teilnimmt. „Die Stör war in der Geschichte die Lebensader des Kreises Steinburg.“ Gerade Alsen habe dabei eine entscheidende Rolle gespielt. „Es ist gut, an diese Industriekultur zu erinnern“, so Wendt.

Das Kreismuseum und Planet Alsen wollen dabei eng kooperieren. „Wir haben den historischen Platz, sie bieten das vertiefte geschichtliche Wissen“, sagt Setus Studt mit Blick auf Anita Chmielewski. „Bei uns ist das Führerhaus des historischen Ewers, mit dem in früheren Zeiten Zement transportiert worden ist, immer noch ein Highlight in der Dauerausstellung – auch weil die Kinder dort auf den Knopf drücken und hören können wie das Schiff tutet“, so die Museumsleiterin. An den Tagen der Industriekultur am Sonnabend, 3. Oktober und Sonntag, 4. Oktober, hat das Kreismuseum Prinzeßhof durchgehend von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Dort können Besucher die zwei Alsenräume besichtigen, in denen Eindrücke des Arbeitsalltags vermittelt werden. Dazu können Kinder jederzeit eine Rallye über das Thema Industrialisierung durch das Museum absolvieren, und es gibt Filme und Vorträge zur Geschichte Alsens. Der Eintritt kostet drei Euro.

Auf Alsen ist an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr der Eintritt frei, der Verein bittet jedoch um Spenden. Auch dort werden Filme gezeigt, die „sehr nah am Geschehen auf Alsen entstanden sind“, sagt Setus Studt. Zeitzeugen werden von ihren Erlebnissen im Zementwerk berichten. Der ehemalige Planungsingenieur auf Alsen, Willi Breiholz, wird am Sonnabend, 3. Oktober, um 16 Uhr auf Alsen, über die 150-jährige Geschichte berichten, am Sonntag, 4. Oktober, spricht er darüber auch um 15 Uhr im Kreismuseum.

Auf Alsen könne man die Geschichte mit allen Sinnen erfahren, so Setus Studt. Er verspricht etwa „atemberaubende Musik aus den 70er Jahren, die zu Alsen passt“, so der Vereinsvorstand. Und natürlich könnten Besucher einen Blick in das Magazin und auf die Seilbahn werfen. Und eines erleben, das es nur auf Alsen gebe. Studt: „Es gibt einen ganz besonderen Geruch – den kann man nur dort riechen.“

Kay Müller

Weitere Informationen und alle Veranstaltungsorte unter: www.tagederindustriekultur-hamburg.de