Kurzfilmfestival: Kino-Atmosphäre auf Planet Alsen

Zum 9. Mal fand in der E-Werkstatt von Planet-Alsen das Kurzfilm-Festival statt. Über 160 Gäste hatten sich auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik eingefunden, um kurzweilige Filme sehen.

Die gezeigten sieben Streifen sind Wettbewerbsbeiträge, die beim Dithmarscher Festival „Kunstgriff-Rolle“ eingereicht wurden und zum Teil prämiert sind. Die „Kunstgriff-Rolle“ wird von Martina Fluck organisiert, die die Kurzfilme anmoderierte. Die freiberufliche Produzentin, Autorin und Regisseurin aus Heide gab Informationen zu den Filmemachern und Dotierungen.

Bei Popcorn und Getränken saßen die Besucher in Verzehrkino-Atmosphäre vor den beiden Leinwänden. „Wir sind ausgebucht und hatten schon Angst, nicht alle unterzubringen“, freute sich Setus Studt über die Resonanz. Mit seinen Vorstandkollegen organisiert er die Veranstaltungen, die keinen Eintritt kosten, die geforderte 5-Euro-Spende zahlte jeder gerne am Eingang. Auch Martina Fluck war überwältigt von der Zuschauerzahl und kündigte eine erneute Auflage im kommenden Jahr an.

Die Kurzfilmproduktionen aus professionellen Studios oder Filmkunstschulen führten gesellschaftspolitische Themen und Alltagsbeobachtungen vor Augen. Der Trickfilm „Tränen trocken“ beinhaltete die Pärchenprobleme, während „Samira“ hochaktuell eine illegale Einwanderin zum Mittelpunkt hat. Dabei wird der Dolmetscher in eine unvorhergesehene Rolle gedrängt. „Wert der Arbeit“ vermittelt in Schwarz-Weiß und ohne Dialoge, wie sich das Leben eines Müllmanns verändert, weil ein Bild von ihm in der Öffentlichkeit ausgestellt wird. Josefine (20) weiß genau, dass sie eine berühmte Schauspielerin wird. Die selbstbewusste Frau mit Down-Syndrom wird in sieben Minuten in „Der Fuchs, der den Verstand verlor“ portraitiert. „Es wurden viele Filme mit dem Thema Mutterschaft eingereicht“, sagt Martina Fluck. Ein Scherenschnittfilm mit jeweils 25 Bildern pro Sequenz spiegelte Müttergespräche im Café wieder. In „Spielplatz“ wird einem jungen Paar klar, ob es reif für Kinder ist – und dann kommt alles anders. Mit Martina Flucks Dokumentation über „Rungholt“ schloss das Filmfestival..
„Wir finden, dass das hier der richtige Platz für so eine Vorführung ist“, sagt Studt. Die Zementfabrik diente schon oft als Kulisse für Videos und Filme. „Wir haben zirka 6000 Besucher im Jahr und hoffen, dass wir noch lange weitermachen können.“ Studt und seien Mitstreiter wollen weiter im Dialog mit den Verantwortlichen der Stadt Itzehoe bleiben.
sko