Ameisenstraße der Ideen auf Alsen

Kunst-Installation bei den Tagen der Industriekultur am Wasser auf dem früheren Zementwerk-Gelände

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Ameisen. Sie sind an den Säulen, an der Decke, kämpfen sich mit ihrer Säure sogar durch ein Fenster im alten Magazin. Und sie sind aus Draht, gewickelt von Setus Studt vom Verein Planet-Alsen. Seine Kunst-Installation ist zu sehen bei den Tagen der Industriekultur am Wasser, an denen sich der Verein morgen und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr beteiligt.

Alle zwei Jahre werden sie von der Metropolregion Hamburg veranstaltet, und wie immer habe Planet-Alsen dafür eine Überraschung parat, so Studt. „Vom Zementwerk zum Creativwerk“ lautet der Titel, „wir wollen eine Brücke zur Gegenwart schlagen“. Denn die Ameisen sind eine Analogie: Aus früheren Zeiten ist im Obergeschoss des Magazins noch eine Erinnerung an die Seilbahn erhalten, die Rohstoffe in die Fabrik brachte. Jetzt sei das Areal ein Kreativwerk, das mit Ideen versorgt werde oder diese nach außen trage, so Studt. Doch das verlaufe oft zäh, der Weg werde trotz aller Hindernisse gegangen – wie bei einer Ameisenstraße.
Anderthalb Jahre lang hat er – mit einigem Rumprobieren – an mittlerweile mehr als 400 Ameisen gearbeitet, die symbolisch die Straße der Ideen im Magazin bilden. Dort dienten sie nun als kräftiges Symbol dafür, was über die Jahre bewirkt worden sei, sagt das Vorstandsmitglied.

„Es hat sich inzwischen etabliert, dass man Industriekultur unbedingt erhalten und fördern sollte.“ Auch in der Corona-Zeit war der Verein nicht untätig: Im Magazin sind ein Chef-Büro und eine Schmiedewerkstatt hergerichtet worden.

Zum Angebot auf Alsen gehören auch Führungen, eine Ausstellung mit Graffiti eines Itzehoers mit dem Künstlernamen „Handkrampf“ sowie Kaffee und Kuchen. Weitere Programmpunkte der Tage der Industriekultur am Wasser finden sich in der Wilstermarsch: Die tiefste Landstelle Deutschlands ist ebenso ein Anlaufpunkt wie die Schöpfmühle Honigfleth (Sonnabend, 10 bis 17 Uhr) und die Kasenorter Schleuse mit Führungen zur Geschichte der Wilster Au und der Sanierung der Anlage (beide Tage, 9 bis 17 Uhr).