Kurzfilmfestival: Langer Abend mit kurzen Filmen auf dem Itzehoer Alsen-Gelände

Von Kristina Mehlert, sh:z | 16.09.2025

Das Itzehoer Kurzfilmfestival startet am Donnerstag zum 15. Mal in der E-Werkstatt auf dem Alsengelände. Gezeigt werden Animation, Kurzdokumentation, Portraits und Komödien.

Bis zu den Vorführung beim 15. Kurzfilm-Festival auf dem Alsen Gelände gibt es noch viel zu besprechen: (v. l.). Christian „Chrille“ Gehr Moritz Tonnus und Setus Studt vom Verein Planet Alsen. Foto: Kristina Mehlert

Einige regen zum Nachdenken an, andere dagegen sorgen für tiefe Lachfalten. Gemeinsam aber haben die sieben Beiträge des 15. Itzehoer Kurzfilm-Festivals beim Planet Alsen dennoch etwas: Sie alle zeichnen sich durch Originalität aus und stammen aus der Dithmarscher Kunstgriff Rolle, die jährlich Erstlingswerke sowie Arbeiten bekannter Regisseure präsentiert. So entsteht auf Planet Alsen der unverwechselbare Charakter des Festivals aus einer außergewöhnlichen Mischung hochprofessioneller Filmkunst, mutiger Filmhochschularbeiten und unkonventioneller Schülerfilme.

„Wir zeigen am Donnerstag, 18. September, ab 19 Uhr in der E-Werkstatt eine von Dokumentarfilmerin Martina Fluck getätigte Auswahl von Filmen, die bereits im vergangenen Jahr in Dithmarschen gezeigt wurden“, erläutert Setus Studt vom Verein Planet Alsen. Er selbst, so sagt Studt, sei immer wieder überrascht über die Mischung der von den zumeist jungen Filmemachern aufgegriffenen Themen. „Das alles sind Themen, die die Menschen beschäftigt – von der Migration bis hin zu Aktuellem aus Sicht der jungen Leute.“

Die vielen Plakate sprechen eine deutliche Sprache: Zum 15. Mal präsentiert der Verein Planet Alsen mit (v.l.) Christian „Chrille“ Gehr, Setus Studt und Moritz Tonnus das Kurzfilm-Festival in den Resten der Zementfrabrik. Foto: Kristina Mehlert

All das spiegelt sich sowohl in den Animationen und Kurzdokumentationen als auch in Komödien, Satiren und nachdenklich stimmenden Beiträgen wider. Wie in dem nur knapp zwei Minuten andauernden „Zeigefingerzeiger“ von Jan Riesenbeck. Er beschreibt seinen Animationsfilm mit den Worten: „Mit dem Zeigefinder kann man ermahnen, drohen, warnen, andere beschuldigen und Leute für verrückt erklären – viele machen dieses Hobby zum Beruf und werden professionelle Zeigefingerzeiger.“

Kurzfilmfestival Itzehoe – Beiträge gedanklich weiterspinnen

Studt hat sich dazu auch Gedanken gemacht: „So ein Film sagt auch etwas aus über die Gebärdensprache, wo Finger eine Rolle spielen und das der Finger ein Organ ist, mit dem man viel ausdrücken kann. Vom Stinkefinger bis hin zu Gefühlen.“ Bei ihm persönlich lösen die gezeigten Filme immer irgendwo einen Gedanken aus, den man „weiterspinnen“ kann. „Sie regen etwas an und rufen etwas in mir wach.“

Das gilt auch für den vierminütigen Experimentalfilm „Long time no techno“ von Eugenia Bakurin. Ihr Video zeigt nostalgische Tanzszenen aus Kinderfilmen der Sowjetära, die in den Archiven der Filmstudios von Odessa entdeckt wurden. Diese werden durch die Musik des palästinensischen Künstlers Momen Shaweesh, der seine persönlichen Kriegserfahrungen reflektiert, begleitet.

Rund 100 Plätze bietet die E-Werkstatt den Besuchern des Kurzfilm-Festivals – Setus Studt (v. l.) freut sich mit seinen Technikern Moritz Tonnus und Christian „Chrille“ Gehr auf die 15. Auflage. Foto: Kristina Mehlert

Ein Porträt über eine außergewöhnliche Frau, ihr Leben und ihre Leidenschaft für Vögel zeigt der von Anja Hansmann gefertigte Dokumentarfilm „Finde Vogel“, während der Schüler Jonas in seinem Spielfilm „Hunde“ in elf Minuten die Geschichte eines aggressiven Hundes, der neunjährige Namira und gewaltbereiter Nazis erzählt.

Zur Deckung der Kosten wird um eine Spende von 10 Euro gebeten.