Kritischer Blick auf Welt und Region

AttacRegionalgruppe feiert ihr zehnjähriges Bestehen: Sonnabend Aktion in der Innenstadt und auf dem AlsenGelände
 

Die Welt ist keine Ware. Eine andere Welt ist möglich. Zuerst der Mensch, dann der Profit. Die Globalisierungskritiker von Attac haben Losungen, kein Programm. In Itzehoe und Umgebung arbeiten sie auf diese Weise seit zehn Jahren. Das wird Sonnabend, 24. Mai, gefeiert: erst in der Innenstadt, dann auf dem Alsengelände.

Die Regionalgruppe ist eine von 200 in Deutschland. Ihr Ursprung liegt in der Freien Waldorfschule, wo Christian Dickehut seine Jahresarbeit über die SüdostasienKrise schrieb. Für den praktischen Teil schlug ihm sein Lehrer Eilhard Stelzner die Gründung einer AttacGruppe vor. Seither trifft sie sich am letzten Freitag im Monat, inzwischen im himmel + erde.

„Ich glaube, wir sind die einzige Gruppe, die versucht, politische Bildung in der Stadt umzusetzen“, sagt Christine WeberHerfort. Themen wie die Finanzkrise oder die LampedusaFlüchtlinge ziehen Dutzende Interessierte, ebenso aktuell das geplante Freihandelsabkommen TTIP. „Das sind Themen, die den Menschen auf der Seele brennen“, sagt Stelzner. Bei der Auswahl werden manchmal Kampagnen von BundesAttac übernommen, die Regionalgruppe sei aber autonom. Wichtig sei es auch, sich vor Ort einzumischen, sagt WeberHerfort und nennt als Beispiel den Besuch von Thilo Sarrazin im theater itzehoe.

Rund ein Dutzend Mitglieder hat die Gruppe, alle gleichberechtigt. Mitmachen könne jeder, es gebe außer der Abgrenzung gegen Rechtsextremismus sowie Rassismus keine parteipolitische Einengung. Die Kritik richtet sich gegen „Auswüchse der neoliberalen Umgestaltung unserer Welt“ – daher die Losungen. Darunter aber fallen, so WeberHerfort, „ganz viele differenzierte Positionen“. Gern gesehen wären dabei mehr junge Mitstreiter: „Zukünftige Generationen müssen ausbaden, was wir verzapfen“, sagt Stelzner.

So soll die Feier am Sonnabend auch Werbung sein. Mittags werden in der Fußgängerzone Flugblätter verteilt, begleitet von der Sambagruppe Sambattac aus Braunschweig. Um 16 Uhr beginnt ein multikulturelles Fest auf Alsen – Attac Itzehoe ist Mitglied im Verein planetalsen, denn es sei ein „ganz besonderer, identitätsstiftender Ort“, so WeberHerfort. Die Sambagruppe bietet einen Workshop an, LampedusaFlüchtlinge aus Lybien sind zu Gast im Erzählcafé und offen für Fragen der Besucher. Mit Sketchen oder kurzen Filmen stellt Attac einige Themen aus den vergangenen zehn Jahren vor. Mitmachaktionen werden angeboten, Bürgerinitiaven stellen sich vor, mit denen Attac kooperiert. Denn es werde immer nach Gemeinsamkeiten und Schnittstellen gesucht, erläutert Stelzner. Der Verein planetalsen bietet Führungen an. Und ab 19 Uhr ist LiveMusik mit Liam Blaney und Olaf Plotz geplant – „extra jemand aus der Gegend“, so Stelzner. Der Eintritt zum AttacGeburtstag ist frei.