Kurze Filme – langer Applaus beim Festival auf Alsen

 

 

 

Es war ein ungemein bunter, lebendiger Abend, den viele Kulturinteressierte in der E-Werkstatt auf dem Alsen-Gelände erlebten. Geladen hatten neben der Heider Filmemacherin Martina Fluck von der Norddeutschen Kunstgriffrolle auch der Verein Planet Alsen. Anlässlich des Kurzfilmfestivals auf Alsen und aufgrund einer Umstellung im Jahresprogramm servierten die Veranstalter acht völlig unterschiedliche, höchst beeindruckende Filme als „Best of“ der vergangenen Jahre. Die Filmemacherin dankte Setus Studt vom Verein Planet Alsen für die Zusammenarbeit und kommentierte zur Filmauswahl: „Das sind sozusagen Setus’ Lieblingsfilme.“

Der Beitrag vom Hamburger Verein Jugendfilm aus dem Jahr 2011 beleuchtete herrlich frech die problematische Situation des Telefonierens in der Öffentlichkeit und schlug verschiedene Lösungen vor. Von Experten als besonders wertvoll ausgezeichnet ist der sechseinhalb-minütige Film „Veronika“ von 2011. Regisseur Marc Michael lässt die 18-jährige Veronika Raila zu Wort kommen, die offiziell ohne Lebenschancen geboren wurde. Mithilfe ihrer Mutter kann sie durch mühsames Buchstabentippen überraschende, erstaunliche Texte schreiben und entflieht dadurch „aus der Tiefe eines Brunnens“, wie sie es ausdrückt. Nach vier Jahren hat Michel das nötige Geld zusammen, um von Veronika einen längeren Film zu machen. „Im Moment ist er dabei, ihn zu schneiden“, wie Fluck berichtete.

Der liebenswert-skurrile Film „I have a boat“ aus dem selben Jahr stammt von Nathan Nill. „Der ist inzwischen richtig gut im Fernsehgeschäft“, erläuterte Martina Fluck, die zu jedem Film vorab Informationen gab. Das gefiel nicht nur Torsten Hafemeister. Zum „bestimmt vierten Mal“ war der Itzehoer zum Kurzfilmfestival nach Alsen gekommen. „Mit dem Fahrrad.“ Und das immer wieder gern. Gerade das Format Kurzfilm mag er sehr. „Diese Filme haben etwas Intensives und kommen schnell auf den Punkt.“

Ein treuer Freund des Kurzfilmfestivals und des Vereins Planet Alsen ist Karl Heinz Wulf. Von Anfang an hat er den Verein unterstützt. „Er rief ganz früh morgens an, als der Aufruf in der Zeitung stand“, erinnert sich Studt. Seitdem war er schon unzählige Male auf dem Gelände und stellt seine Mikrofon-Anlage zur Verfügung. „Wir sorgen für den guten Ton!“, so der 86-Jährige in Begleitung seiner Frau Rosemarie (84). Beiden gefiel die Auswahl wieder sehr gut. Am besten fanden sie den ersten Film „Eine gute Geschichte“, mit dem Martin-Christoph Bode 2014 sein Debüt feierte und inzwischen etliche Preise und eine steile Karriere vorweisen kann. Der Hintergrund, warum die alte Dame im Film unbedingt den einen Krug kaufen möchte, ging nicht nur ihnen unter die Haut. So soll es sein. bwm